Fotos: Hubert Balkenhol

Rede von Ortsvorsteher Willy Judith zur Brunneneinweihung:

Sehr geehrter Herr Pfarrer Steilmann, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, verehrte Gäste,

lasst mich beginnen mit einem Gedicht von Hans Carossa:

Lösch aus dein Licht und schlaf! Das immer wache
Geplätscher nur vom alten Brunnen tönt.
Wer aber Gast war unter meinem Dache,
hat sich stets bald an diesen Ton gewöhnt.
 
   
Zwar kann es einmal sein, wenn du schon mitten
im Traume bist, dass Unruh geht um Haus,
der Kies beim Brunnen knirscht von harten Tritten,
das helle Plätschern setzt auf einmal aus,
 
   
und du erwachest, - dann musst du nicht erschrecken!
Die Sterne stehn vollzählig überm Land,
und nur ein Wandrer trat ans Marmorbecken,
der schöpft vom Brunnen mit der hohlen Hand.
 
   
Er geht gleich weiter, und es rauscht wie immer.
O freue dich, du bleibst nicht einsam hier.
Viel Wandrer gehen fern im Sternenzimmer,
Und mancher noch ist auf dem Weg zu dir.
 

 

Wir, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, haben uns nicht an einem alten Brunnen eingefunden, von dem der Dichter Hans Carossa in seinen Versen spricht, sondern es ein neuer Brunnen, der vor wenigen Wochen hier im Mittelpunkt von Elpe unterhalb der Dorfkirche nach mehrmonatiger Arbeit in Eigenleistung fertiggestellt worden ist. Das frische, lebendige, rauschende Wasser der Dormecke, die wenige 100 m oberhalb von hier entspringt, ist gefasst worden und plätschert hier nun munter aus der Erde.

"Wasser ist Leben - Wasser ist der Lebensquell" - so kann man immer wieder lesen und hören.

Sicherlich ist diese Lebensweisheit in doppelter Weise zu deuten und zu interpretieren:

Dass Wasser Leben bedeutet, das spüren vor allem die Menschen in den Entwicklungsländern. Sie müssen teilweise weite Strecken -manchmal kilometerweit- zurücklegen, um Trinkwasser aus Brunnen zu schöpfen. Für sie ist der Brunnen ein wahrer Lebensquell.

In den hochentwickelten Ländern, hier in unseren Gegenden, ist zumeist hinreichend Trinkwasser vorhanden; aber auch für uns bedeutet Wasser Leben. Wasser übt eine unbeschreibliche Anziehungskraft aus, ob es nun eine Quelle, ein Bach, ein Fluss, ein See oder ein Brunnen ist. Auch unser neu geschaffener Dorfbrunnen wird Menschen anlocken, hier kann man verweilen und sich auch auf der kürzlich von der Schützenbruderschaft installierten Ruhebank niederlassen. Und man wird feststellen: Das Wasser quillt und gluckert und rieselt und plätschert nicht nur, sondern es trägt auch zur Beruhigung bei. Der müde Wanderer oder Spaziergänger kann - wie es so schön im Gedicht heißt- an das Brunnenbecken treten und mit der hohlen Hand schöpfen und sich an dem frischen, kühlen Dormeckewasser erquicken.

Insgesamt gesehen, ist diese neue Brunnenanlage, deren Einfassung aus Grauwacke und Naturbruchstein besteht, eine Bereicherung für das Dorfbild und stellt gemeinsam mit dem Staudenbeet, das vor 2 Jahren von der örtlichen KfD angelegt wurde, eine weitere landschaftliche Attraktion dar.

Ich möchte nun an dieser Stelle im Namen der Dorfgemeinschaft Dank sagen, und zwar zunächst unserem Ortsheimatpfleger Meinolf Hoffe, der die Idee hatte, diese Anlage zu schaffen, und bei der Verwirklichung auch immer wieder Hand angelegt hat; danken möchte ich auch Thomas Diehl für die vorzüglichen fachmännischen Arbeiten sowie Markus Völlmecke und Rudi Beule für ihre tatkräftige Mithilfe. Ein herzliches Dankeschön auch dem Vorstand der Schützenbruderschaft für die Aufstellung der Ruhebank.

Zum Schluss wünsche ich, dass dieser Brunnen zukünftig allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern sowie unseren Gästen zur Freude, Erfrischung  und inneren Beruhigung dient.

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© Peter Bender